Der Nahost-Konflikt der Medien -
Israel und Palästina in der Berichterstattung
...Die Leitmedien Deutschlands sind die wichtigste Informationsquelle der deutschen Öffentlichkeit. Sie beeinflussen in erheblichem Maße die Diskussion und Meinungsbildung innerhalb der Gesellschaft zu politischen Themen, insbesondere zum Nahost-Konflikt.
Die Vortragsreihe beleuchtet die Rolle der Berichterstattung der Leitmedien über den Nahost-Konflikt. Ein besonderer Fokus gilt dem „Gaza-Krieg“.
Dabei dient folgende Frage als Ausgangspunkt,
...inwieweit ermöglichen die Medien beim Nahost-Konflikt durch neutrale Berichterstattung eine vorurteilsfreie Meinungsbildung der Öffentlichkeit,
...oder haben die Leitmedien den ideologisch überformten Nahost-Diskurs auch während des „Gaza-Kriegs“ verfestigt?
Dabei dient folgende Frage als Ausgangspunkt,
...inwieweit ermöglichen die Medien beim Nahost-Konflikt durch neutrale Berichterstattung eine vorurteilsfreie Meinungsbildung der Öffentlichkeit,
...oder haben die Leitmedien den ideologisch überformten Nahost-Diskurs auch während des „Gaza-Kriegs“ verfestigt?
Im Zweifel für Israel?
...am Donnerstag, 16.04.09 / 19.00 Uhr
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Haben Deutschlands Medien Israels Vorgehen im "Gaza-Krieg" kritisiert? Wodurch zeichnete sich diese Kritik aus? War sie vielleicht nur eine Reproduktion der Darstellungen des Krieges seitens der israelischen Regierung? Margaret Wirth bezieht insbesondere die Süddeutsche Zeitung, eine der deutschen Qualitätszeitungen, in ihre Analyse ein.
Referentin: Prof. Dr. Margaret Wirth (Universität Bremen)
Von der Front auf den Bildschirm: Berichten über Gaza
...am Donnerstag, 07.05.09 / 19.00 Uhr
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Aus der Sicht einer Korrespondentin soll die Problematik des Recherchierens und Berichtens am konkreten Beispiel des Gaza-Kriegs nachvollzogen werden. Welche Restriktionen vor Ort beeinflussten die Arbeit der Journalisten? Welche Quellen der Information waren zugänglich und welche Rolle spielte gezielte Propaganda der Kriegsparteien? Wo liegen die Grenzen der inhaltlichen Freiheit des Redakteurs, welche Rolle spielen Leitlinien der Gesamt-redaktion?
Referentin: Dr. Bettina Marx (ehemalige ARD-Korrespondentin in Tel Aviv, Parlamentskorrespondentin der Deutschen Welle in Berlin)
Arabische Medien und der Nahostkonflikt
...am Donnerstag, 14.05.09 / 19.00 Uhr
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Wie stellt sich die Nahost-Berichterstattung „von der anderen Seite“ aus gesehen dar? Welche Rolle spielen al-Jazeera und staatsnahe arabische Medien? Sind die Medien gleichgeschaltete "Hetzer"? Wie bewerten deutsche Journalisten die Arbeit ihrer arabischen Kollegen von Al-Jazeera und Co.? Wie werden diese Medien hier wahrgenommen?
Referentin: Carola Richter (Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Erfurt)
Exkurs: Islamisches Recht in den Medien
...am Donnerstag, 28.05.09 / 19.00 Uhr
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Die Darstellung des Islams in den Medien im Zusammenhang mit seinem traditionellen Rechtssystem ist überwiegend negativ, da die gängigen Assoziationen zum Begriff der Scharia auf drakonische Strafen beschränkt sind. Hat die negative Darstellung der Scharia als mit der Demokratie unvereinbares Rechtssystem eine Auswirkung auf Stereotypenbildungen hinsichtlich der arabisch-islamischen Welt? Inwiefern tragen solche Stereotypen dazu bei, islamisch argumentierende politische Gruppierungen auf ihre religiöse Dimension zu reduzieren, anstatt sie in erster Linie als politische Akteure wahrzunehmen?
Referent: Prof. Dr. Hans-Georg Ebert (Orientalisches Institut, Leipzig)
Antisemitismus, Philosemitismus und "deutsche Verantwortung". Die (Nach-)Wirkungen des Nationalsozialismus im medialen Nahostdiskurs
...am Donnerstag, 04.06.09 / 19.00 Uhr
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Die deutsche mediale Deutung des Nahostkonfliktes lässt sich nur
verstehen, wenn die Folgen von Nationalsozialismus und Shoah dafür in
Rechnung gestellt werden. Vorrangig aus diesen geschichtlichen
Nachwirkungen resultieren unterschiedliche Motive, die den Blick nach
Israel und Palästina "ablenken". Dazu gehören Postnationalismus und
gekränktes Nationalgefühl, sekundärer Antisemitismus und Antizionismus,
aber auch Philosemitismus und Islamophobie. Aus diesen unterschiedlichen
Motivlagen resultieren höchst konträre Deutungsmuster des Konfliktes,
die in der Medienlandschaft aufeinanderprallen.
Der Vortrag wird unter anderem beleuchten, wie sich die
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus projektiv in den Nahen
Osten verlagert, oft ohne sich für die dort lebenden Menschen wirklich
zu interessieren.
Referent: Dr. Peter Ullrich (Institut für Medizinische Soziologie, Universität Leipzig)
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Die deutsche mediale Deutung des Nahostkonfliktes lässt sich nur
verstehen, wenn die Folgen von Nationalsozialismus und Shoah dafür in
Rechnung gestellt werden. Vorrangig aus diesen geschichtlichen
Nachwirkungen resultieren unterschiedliche Motive, die den Blick nach
Israel und Palästina "ablenken". Dazu gehören Postnationalismus und
gekränktes Nationalgefühl, sekundärer Antisemitismus und Antizionismus,
aber auch Philosemitismus und Islamophobie. Aus diesen unterschiedlichen
Motivlagen resultieren höchst konträre Deutungsmuster des Konfliktes,
die in der Medienlandschaft aufeinanderprallen.
Der Vortrag wird unter anderem beleuchten, wie sich die
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus projektiv in den Nahen
Osten verlagert, oft ohne sich für die dort lebenden Menschen wirklich
zu interessieren.
Referent: Dr. Peter Ullrich (Institut für Medizinische Soziologie, Universität Leipzig)
Zwischen Aufklärung und Propaganda: MEMRI, das Sprachrohr Israels?
...am Donnerstag, 18.06.09 / 19.00 Uhr
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) wurde 1998 von einem ranghohen israelischen Armee-Mitglied gegründet und versorgt seither die westliche Politik und Öffentlichkeit mit seinen Informationen über den Nahost-Konflikt. MEMRI stand und steht in der Kritik, durch seine selektiven Übersetzungsdienste ein verzerrtes Bild der arabischen Welt zu liefern und kritische Wissenschaftler mit Unterlassungsklagen zu überziehen. Büros von MEMRI sind in Washington, London, aber auch in Berlin.
Henner Kirchner beleuchtet die Faktoren, die zum teilweisen Erfolg des Projekts beitrugen und erklärt, welche Bedeutung Lobbyarbeit à la MEMRI in den USA und Europa hatte und hat. Ist MEMRI für die deutsche Berichterstattung (noch) relevant?
Referent: Dr. des. Henner Kirchner (Regionalkoordinator Naher Osten und Nordafrika bei InWEnt)
„Israel bias“ - Verzerrung der Berichterstattung?
...am Donnerstag, 02.07.09 / 19.00 Uhr
im Orientalischen Institut, Raum S202, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig
Gibt es die „israelische Schlagseite“ in den deutschen Medien? Welche Rolle spielen die Arbeitsbedingungen der Korrespondenten vor Ort, wie weit steuern die Staatsorgane hüben und drüben die Wahrnehmung, wie kommt die Verzerrung in der Berichterstattung zustande? Und: Welche strukturellen Faktoren der Medien spielen eine Rolle? Professor Haller wird (gemeinsam mit wissenschaftlichen Mitarbeitern) in seinen Vortrag auch Ergebnisse aus einer aktuellen Studie über die Berichterstattung aus dem Nahen Osten einbeziehen. Der letzte Vortrag der Reihe greift somit thematisch die Veranstaltung mit Bettina Marx auf und beleuchtet die Arbeit der Auslandskorrespondenten aus der wissenschaftlichen Perspektive.
Referent: Prof. Dr. Michael Haller (Institut für Journalistik, Leipzig)
Die Termine der Veranstaltungsreihe in der praktischen Druckerversion
...für weitere Informationen zu der Vortragsreihe "Der Nahost-Konflikt der Medien -
Israel und Palästina in der Berichterstattung" können Sie sich gern mit uns Kontakt aufnehmen. Das Projekt leitet Almut Woller.
Mitveranstalter:
Israel und Palästina in der Berichterstattung" können Sie sich gern mit uns Kontakt aufnehmen. Das Projekt leitet Almut Woller.
Mitveranstalter:

Rosa Luxemburg-Club in der Rosa Luxemburg-Stiftung
Die Vortragsreihe wird unterstützt vom
Orientalischen Institut der Universität Leipzig und der Vereinigung von Foerderern und Freunden der Universitaet Leipzig e.V.:









