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Aspekte muslimischen Lebens in Südasien


Diese Vortragsreihe beleuchtet den Islam und die Situation der Muslime in Südasien. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Verhältnis zwischen Hindus und Muslimen.
Obschon nur etwa 13,4% der indischen Bevölkerung Muslime sind, spielt der Islam in Südasien gesellschaftlich eine wichtige Rolle. Dies hat historische Gründe: Gebiete in Nordindien wurden über Jahrhunderte hinweg von muslimischen Dynastien beherrscht, was zur Herausbildung der besonderen indo-islamischen Mischkultur geführt hat. Hinzu kommen auch wichtige Entwicklungen in der jüngeren Geschichte, wie das Entstehen der indischen Nationalbewegung und die Teilung des indischen Subkontinents in Indien und Pakistan/Bangladesh. In Indien selbst bilden Muslime in einzelnen Gebieten, wie etwa in Kaschmir oder Hyderabad im Süden die Mehrheit, während sie anderswo zum Feindbild eines Hindunationalismus' stilisiert werden. Immer wieder entladen sich die Konflikte in gewaltvollen Unruhen, wie etwa 2002 im Bundesstaat Gujarat.


Alle Veranstaltungen finden im Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften, Raum S102, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig statt.


Indo-muslimische Mischkultur: der ganz normal andere Islam



...am Mittwoch, 21. April 2010/ 19.00 Uhr
Referent: Dr. Jan-Peter Hartung (School of Oriental and African Studies, London)

Die landläufige Ansicht, die Interaktion von Muslimen und Hindus habe im indischen Subkontinent ein ganz spezielles und vor allem wesentlich tolerantes Verständnis von Islam geschaffen, wird in diesem Vortrag, der die Reihe "Aspekte muslimischen Lebens in Südasien" eröffnet, kritisch hinterfragt. Dabei wird vor allem der Versuch unternommen, die orientalistische Dichotomie einer "reinen muslimischen Kultur" und einer "indo-muslimischen Mischkultur" auch mit Blick über Südasien hinaus aufzulösen, allerdings ohne die regionalen Spezifika unterzubewerten.



Zakir Naik: Islamischer Teleevangelismus



...am Mittwoch, 05. Mai 2010/ 19.00 Uhr
Referent: Klaus Hummel (Politik- und Islamwissenschaftler)

Tele-Evangelismus in Indien ist kein christliches Privileg. Auch im Hinduismus und im Islam versuchen charismatische Prediger via Fernsehen ihre Botschaft unter das Volk zu bringen. Dass es der muslimische Tele-Evangelist Dr. Zakir Naik geschafft hat, zum sichtbarsten und bekanntesten Muslim im südasiatischen Raum zu werden, wirft eine Frage auf, die im Mittelpunkt des Vortrags steht: Woher kommt der Erfolg?


Pakistan: Islamische Republik und/oder Terrorstaat?



...am Mittwoch, 26. Mai 2010/ 19.00 Uhr
Referentin: Dr. Renate Syed (LMU München)

Das westliche Bild der Atommacht Pakistan ist zum einen von Unkenntnis, zum anderen von Dämonisierung geprägt, so nannte die deutsche Presse es wiederholt das "gefährlichste Land der Welt". Der Vortrag möchte das religiöse und politische Selbstverständnis Pakistans und sein Ringen um Identität und Autonomie angesichts der verstärkten Einflussnahme der USA und
der Globalisierung ebenso aufzeigen wie die amerikanisch-europäische Konstruktion des Landes als fundamentalistischer Terrorstaat, der die westliche Welt und ihre Werte bedroht.



Medien, Islam und Gender: Die indische Debatte



...am Mittwoch, 9. Juni 2010/ 19.00 Uhr
Referentin: Prof. Nadja-Christine Schneider (HU Berlin)

Auch in Indien entzündet sich die mediale Debatte über den Islam immer wieder an der Frage der rechtlichen Stellung der Frau im Islam. Der diskursive Rahmen dieser Diskussion wird nach wie vor maßgeblich durch den Shah Bano-Fall (Mitte der 1980er Jahre) bzw. durch die Kontroverse über religiös begründete Personenstandsrechte (vs. einem säkularen einheitlichen Zivilrecht) bestimmt. Kennzeichnend für diese wiederkehrende Diskussion ist nicht zuletzt, dass sie lange Zeit über, aber in den seltensten Fällen unter Beteiligung muslimischer Frauen geführt wurde. Erst seit kurzem lassen sich hier interessante Veränderungen feststellen.


Der Kaschmirkonflikt: Alte Probleme und neue Entwicklungen



...am Mittwoch,16. Juni 2010/ 19.00 Uhr
Referent: Dr. habil. Christian Wagner (Stiftung Wissenschaft und Politik)

Seit über sechzig Jahren streiten Indien und Pakistan um die Zugehörigkeit Kaschmirs. In den letzten Jahren ist Kaschmir nicht mehr nur ein territorialer und ideologischer Streit, sondern wandelt sich allmählich auch in einen Ressourcenkonflikt.


Zwischen Orientalismus und Fundamentalismus: islamische Identitätenbildung in Indien



...am Mittwoch, 30. Juni 2010/ 19.00 Uhr
Referent: Prof. Jamal Malik (Universität Erfurt)

Ausgehend von dem orientalistischen Bild Europas und
der damit einhergehenden perspektivischen Engführung, folgt die Betrachtung dem Mobilisierungspotentials der „kleinen Tradition“. Anschließend wird der islamische Fundamentalismus dargestellt, gewissermaßen als Antwort auf die gewachsenen shared traditions. Den Rahmen dieser tour de force bilden Entwicklung, Gestaltung und Reproduktion von Identitäten.



...für weitere Informationen zu unserer Vortragsreihe können Sie gern zu uns Kontakt aufnehmen. Das Projekt leiten Marius Brauer und Christine Smers.


Kooperationspartner:

 


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